Ev.-Luth. Schwesterkirchgemeinden Altmittweida & Ottendorf
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Die Glocken

Kirchliche Bestandsaufnahme der Glocken in der Kirche zu Altmittweida im Jahr 1739
1624 Lieh Altmittweida ein kleines Glöckchen, für die abgebrannte Kirche in Mittweida, aus. 1729 Den Glockensprengel aus der Mittelglocke zusammen zu schmieden, welcher während dem Lauten entzwei gesprungen war. 1738 Die 3 Glocken, von Wienhold zu Dresden, in Bronze gegossen. 1746 Eine herabgefallene Glocke wurde wieder befestigt. 1787 Die 3 Glocken am 08. August 1787 zur Taxatin (mit dieser Taxation nach Rochlitz zu gehen) am 09. August. 1917 Auf Grund von 7 Absatz 3 der Bekanntmachung des stellvertretenden Generalkommandos des XIX. Armeekorps vom 01. März 1917 betreffend. Beschlagnahme, Bestandserhebung und Enteignung, sowie freiwillige Ablieferung von Glocken aus Bronze. Bezirksverband der königl. Amtshauptmannschaft Rochlitz 294 a Kr. I am 03. März 1917 Glocken - Sammelstelle war das städt. Gas - und Wasserwerk in Mittweida. Ausbau der großen und mittleren Glocke übernahm die Hofglockengießerei Franz Schilling & Söhne, Apolda Thüringen. Am 31. Juli 1917 wurden die große und mittlere Glocke auf dem Turm zerschlagen, das Metall mit Gewicht von 1175 Kg am 01. August 1917 abgeliefert. Auszahlung: 2350 RM für 1175 Kg. 1000 RM für Grundgebühr 1175 RM für Prämie 4525 RM zusammen zuerkannt worden. Dieses Geld, sowie das Geld von 467,18 RM für die Zinnpfeifen der Orgel wurden noch nicht bezahlt, erst am 20. Nov. 1917. 1921 von Firma Schilling & Lattermann, Apolda Lieferung von 3 Glocken : 1 große, eine mittlere und eine kleine Der Guß dieser Glocken erfolgte 1921 und sie waren aus Stahl. Kosten des Geläutes: 13200 M Gesamtgewicht der 3 Glocken: 1500 kg Töne der Glocken: g h d Tag der Weihe: 10. April 1921 Inschrift der Glocken: Große = Eine feste Burg ist unser Gott Mittlere = Friede auf Erden Kleine = Lasset die Kindlein zu mir Kommen 1921 Verkauf der kleinen Bronze Glocke von 175 Kg. und Ton cis , für den Preis von 5500 M. (An die Kirchgemeinde Neukirch bei Königslust) 1974 Wurde von Otto Reichenbach, Dresden eine elektrische Läuteanlage eingebaut. 1991 Für 10 000 DM neue Läuteuhr eingebaut. Uhren - Walter Zwickau

Altmittweida, 08. Mai 1917 Märkel, Pfarrer
Zahl der Glocken: drei Alter derselben: einhundertachtundsiebzig Jahre Metall: Bronze Gewicht- und Durchmesser: 70 cm = 175 Kg 92 cm = 400 Kg 107 cm = 650 Kg Töne: e g a Akkord: 6 Inschrift aller drei Glocken: "Anno 1739 gohs mich Johann Gottlieb Weinhold in Dresden" Verzierung: Ranken um die Inschriften Name u. Ort des Glockengießers: Johann Gottlieb Weinhold, Dresden Art des Läutens: Handbetrieb Gebrauch der Glocken: Stundenschlag an der großen Glocke Beim Morgen-Mittags- und Abendlauten die mittlere Glocke dazu drei Pulse der großen Glocke, das Vorlauten an gewöhnlichen Sonntagen zweimal mit der mittleren Glocke, an hohen Festen beidemal mit allen Glocken, an besonderen Festtagen zuerst mit allen, das zweite Mal mit der mittleren Glocke. Bei allen Nebengottesdiensten einmaliges Vorlauten mit der mittleren Glocke, Einläuten mit allen Glocken. Beim Morgen-Mittags- und Abendlauten die mittlere Glocke dazu drei Pulse der großen Glocke, das Vorlauten an gewöhnlichen Sonntagen zweimal mit der mittleren Glocke, an hohen Festen beidemal mit allen Glocken, an besonderen Festtagen zuerst mit allen, das zweite Mal mit der mittleren Glocke. Bei allen Nebengottesdiensten einmaliges Vorlauten mit der mittleren Glocke, Einläuten mit allen Glocken. Bei Beichten die kleine Glocke. Bei Amtshandlungen: Zur Taufe: die kleine Glocke Zur Trauung: volles Geläut Zu Beerdigungen: beim Vorläuten am Vortag, bei großen Beerdigungen mit drei, bei kleinen Beerdigungen mit zwei Glocken; ebenso bei den Beerdigungen selbst. Bei Feuer in der Gemeinde wird mit allen Glocken gestürmt. Weihe der Glocken am 10. April 1921 Im „Mittweidaer Tageblatt“ vom 11. April 1921 stand folgendes zu lesen: „ Die Gemeinde hatte gestern ihren besonderen Freudentag, an dem man stattlichen Anteil nahm. Die drei neugegossenen Kirchenglocken waren endlich eingetroffen und konnten am Sonntag nachmittag geweiht werden. sie standen reichbekränzt und beflaggt auf einem Wagen am Bahnhof und wurden von dort kurz nach 2 Uhr in feierlichen Zuge mit den Kindern der Schule, dem Gemeindevorstand, dem Gemeinderat, dem Militärverein, der Schützengesellschaft, dem Turnverein, dem landwirtschaftlichen Verein und dem Jungfrauenverein geschlossen abgeholt. Der lange Zug in dem sich mehrere schmucke Fahnen befanden, bewegte sich zunächst auf der Chaussee und dann auf der Dorfstraße nach der auf dem Turm beflaggten Kirche, vor deren Eingangstor der Wagen mit den Glocken Halt machte. In dem prächtigen, stimmungsvollen Gotteshaus stellte nach dem Gesang des Lutherliedes „ Ein feste Burg ist unser Gott“ Pastor Märkel den 41. Psalm ( Gott ist unsere Zuversicht und Stärke, eine Hilfe in den größten Nöten, die uns betroffen haben ) In den Mittelpunkt der Glockenweihe - Betrachtung. Er betonte die Freude über die endliche Wiederkehr der Glocken und rief die Wehmut in die Erinnerung zurück als zwei Glocken nach 187 jährigem Geläut dem Krieg geopfert werden mußten. Nun soll auch die dritte noch verbliebene Glocke einer neuen Schwester den Platz räumen. Die alten drei Glocken waren für die Gemeindeglieder die mit dem Herzen eng verwachsenen Heimatglocken und die nun zur Weihe bestimmten sollen es wieder werden. Das sie wieder beschafft werden konnten ist den Helden mit zu danken und darum möge das erste Glockengeläut zugleich ein Ehrengeläut für diese sein Es wurde sodann in der Stille der Kirche dankbar der Altmittweidaer Kriegshelden, von denen einer den Glockenfonds mit 5 Mark aus dem Felde begründete, gedacht. Der Gaben flossen reichlich, so daß im Laufe der Zeit von 223 Gebern und 2 Korporationen 8447 Mark in bar und 3300 M in Kriegsanleihe eingingen. Den fehlenden Rest hofft man noch nach dem Geläut aufbringen zu können. Guß und Klang der Glocken sind wohl gelungen. Mann hoffe, bis Dienstag oder Mittwoch die Glocken aufziehen und dann das erste Vollgeläut ertönen lassen zu können. Die Glocken stammen aus der Gießerei von Schilling aus Apolda. Die große Glocke trägt die Inschrift „Ein feste Burg ist unser Gott“, die mittlere (Betglocke) „Friede auf Erden und die kleine „Lasset die Kindlein zu mir kommen“. Pastor Märkel erläutert kurz, was diese Inschriften der Gemeinde in den kommenden Tagen zu sagen haben und schloß die Ansprache mit den herzlichsten Dank an alle, welche zu den Glocken ihr Scherflein beigetragen und die heutige sinnige Weihe ermöglicht haben. Mit dem Gesang des Liedes „Allein Gott in der Höh’ sei Ehr“ verließen die Teilnehmer das Gotteshaus. Draußen vor dem Eingangstor zur Kirche bestieg der Geistliche den Glockenwagen und weihte die Glocken noch durch ein besonderes Gebet.Mit dem Gesang des Liedes „Nun danket alle Gott“ hatte die schlichte und doch so erhebende Glockenweihe, die von herrlichsten Sonnenschein begünstigt war und viel Publikum versammelt sah, ihr Ende erreicht.

kleine Glocke
große Glocke
mittlere Glocke
250 kg
850 kg
400 kg


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